
Am 25. August 1834 wurde in Oberwittelsbach das Nationaldenkmal zu Ehren des Hauses Wittelsbach an geschichtsträchtiger Stelle eingeweiht.
Rund 20.000 Menschen sollen an diesem Einweihungsfest anwesend gewesen sein. Das Datum war ganz gezielt gewählt, stellte der 25. August doch den Namens- und Geburtstag König Ludwigs I. dar. Der König, der das Projekt abgesegnet hatte, war natürlich eingeladen. Er erschien aber nicht und mied ein weiteres Mal den Ort seiner Vorväter. Hier zeigt sich eine gewisse Wittelsbacher-Tradition, die schon althergebracht war.
Die Feier begann nach Kanonendonner und Glockengeläut mit einem Umzug von Aichach nach Oberwittelsbach um halb elf mit einer Messe unter freiem Himmel. Im Anschluss hielt der Regierungspräsident, Geheimrat Ritter von Link, eine flammende Rede über den unverbrüchliche Treue des Volksstamm der Baiern zu seinem Herrschergeschlecht. V.a. der gegenwärtige König wurde gelobt. Das Denkmal verbinde Altes mit Neuem:
„[D]ennoch bin ich so glücklich, […] an dieser alt-ehrwürdigen Stätte aus voller Seele die zuversichtliche Überzeugung auszusprechen, daß wir hier nicht ein totes Denkmal der Vergangenheit errichten, sondern zugleich ein lebendiges Zeichen der Gegenwart und der Zukunft.“
Nach der Rede wurde das Denkmal feierlich enthüllt, sodann begann das traditionelle Festschießen am Ort, zu dem sich wieder über 100 Schützen aus ganz Bayern angemeldet hatten.
Die Festivität, die noch zwei Tage anhielt, wurde alsbald nach Aichach verlegt. Die Aichacher Bürgerschaft wurde später von allen Gästen für ihre Gastfreundschaft gelobt.
Das Gemälde von Gustav Kraus zeigt das eben enthüllte Denkmal, links die Filialkirche Oberwittelsbach und rechts das ebenfalls neu gebaute Volksschulgebäude. Ludwig – und das war tatsächlich neu – war die Volksschulbildung der ländlichen Bevölkerung wichtig und so erließ er, dass mit dem Bau eines Nationaldenkmals ebenfalls ein Schulgebäude für die Landkinder samt Lehrerwohnung zu errichten sei.

