
Das Denkmal in Oberwittelsbach wurde in den Jahren von 1832 bis 1834 zu Ehren des Hauses Wittelsbach errichtet. Die Baupläne stammen von Daniel Ohlmüller, welcher diese am 5. Mai 1829 vorlegte. Nach entsprechender Begutachtung durch die königliche Akademie der bildenden Künste fanden diese Pläne die Zustimmung des Monarchen im königlichen Rescript vom 13. April 1831. Zu dem Denkmal fanden zwei öffentliche Veranstaltungen am 25. August statt.
1. die Grundsteinlegung 1832 und
2. die Enthüllung 1834.
Der 25. August wurde jeweils gewählt, da es sich um den Namens- und Geburtstag des Monarchen handelte. Neben dem Denkmal sollte nach dem Wunsch des Monarchen zudem eine Volksschule errichtet werden, welche auch eine Wohnung für den Pfarrer der Burgkirche besaß. Das Denkmal ist im neugotischen Stil gehalten und ist aus Sandstein gefertigt. Von der Oberkante der Plattform bis zur Spitze beträgt die Gesamthöhe 14 Meter. Unter Hinzurechnung der beiden unterhalb der Plattform liegenden Stufen ergibt sich das in Plänen angegebene Maß von 14,60 Metern. Der Aufbau gliedert sich in drei Sockelstufen mit insgesamt 81 Zentimetern Höhe. Es folgen zwei quadratische Sockel mit 1,54 Metern Höhe, anschließend eine quadratische Säule mit insgesamt 3,90 Metern. Darauf ruht der achteckige Säulenschaft mit einer Höhe von 2,40 Meter und dem aufgesetzten Zinnenkranz mit einer Höhe von 72 Zentimetern, der die Spitze mit einer Höhe von 4,65 Meter aufnimmt. An beiden Seiten des quadratischen Schaftes schließen sich kleinere Fialen an. An der Nordseite befindet sich das wohl älteste Symbol der Wittelsbacher, ein Wappen mit Zickzack-Balken. Rechts des Wappens befindet sich das Stadtwappen von Bayreuth und links davon das Wappen von Ansbach. Auf der Westseite, also zur Burgkirche hin, liegt das Wappen von Würzburg, darunter das von Speyer. Auf der Ostseite befindet sich das Wappen von Regensburg und darunter am Ende das Wappen von Passau. Die Wappen sind im oberen Bereich der beiden Seitenflächen der Fialen angebracht. Die Bildhauerarbeiten führte der Münchener Steinmetz Hippolyth Hautmann durch. Die Kosten für das Denkmal betrugen 5.864 Gulden und 5 Kreuzer. Der Bau des Denkmals wurde aus Spenden des bayerischen Volkes finanziert.
Alles Neu?
Das Denkmal reiht sich in eine Reihe von säulenartigen Nationaldenkmälern aus der Zeit, die an die Geschichte und nationale Größe Bayern erinnern sollen. Während aber die Säulen in Puch (1808) und Gammelsdorf (1840) dem Mittelalter und Ludwig den Bayern gedachten und die Gaibacher Säule (1828) die Verfassung ehrte, stand die Oberwittelsbacher Säule ganz eindeutig für die Verehrung des Herrschergeschlechts, das Bayern zum Königreich hat werden lassen. Es stellte also eine in Stein gewordene Selbstgewisserung der Wittelsbacher dar, die das Projekt auch unterstützten. Das zeigt auch die Inschrift:
Seinem tausendjährigen Regentenstamme das treue Bayern.
Errichtet im achten Regierungsjahre König Ludwigs I
Das Denkmal steht also in einer gewissen Tradition von Nationaldenkmälern, stellt aber in seiner Verehrungsform einen neuen Akzent dar.
(Beitrag von Marius Völkl)

