
Aichacher Bahnhof (1885), Quelle: Sammlung Achter
Der Aichacher Bahnhof: Alles neu? Keine Eisenbahn für Aichach
In der Regierungszeit König Ludwigs I. begann sich auch in Bayern langsam die Industrialisierung durchzusetzen. Allerdings v.a. in den Städten Augsburg, Nürnberg und München. Ausdruck dieser Revolution war die Eisenbahn, die im Jahr 1835 erstmals in Deutschland fuhr – interessanterweise in Franken. Aus persönlichen Berichten des Königs lässt sich herauslesen, dass Ludwig I. gegenüber dieser neuen Technologie voreingenommen war und statt der Eisenbahn viel lieber Kanäle wollte. So kam es auch, dass Aichach trotz der unmittelbaren Nähe zu München und Augsburg in der Zeit Ludwigs I. keinen Eisenbahnanschluss erhielt. Erst am 15. Mai 1875 wurde in Aichach unter seinem Enkel, König Ludwig II., endlich einen Eisenbahnanschluss mit ca. 66 Kilometer langer Bahnstrecke zwischen Augsburg und Ingolstadt fertig-gestellt, samt Bahnhof. Aus militärischen Gründen wurden aber weder die Eisenbahnstrecke noch der Bahnhof nach Fertigstellung offiziell eingeweiht und auch nicht in der örtlichen Presse erwähnt. Truppen im Kriegsfall rasch in Bayern von Nord nach Süd oder umgekehrt transportieren zu können, war der Grund für die Geheimhaltung
Das ausgestellte Foto zeigt den Aichacher Bahnhof im Jahr 1885.
(Beitrag von Florian Heilgemeir)

